Ich, Christina.

ich rede nicht viel über mich.
und doch weiß ich: wer hierher findet, will nicht nur wissen, was ich tue,
sondern wer da wirkt. also hole ich kurz aus.
geboren wurde ich in einem winter. und wenn man meine mutter heute fragt, würde sie sagen, dass ich schon vor meiner geburt anders war.
meine eigentliche heimat war lange nicht bei den menschen, sondern bei den tieren. am liebsten bei meiner oma am kleinen bergbauernhof. mit drei jahren melkte ich kühe, mit kinderhänden half ich dabei, kalberln auf die welt zu bringen. tiere waren mir immer viel näher als menschliche worte. bei ihnen konnte ich so sein wie ich bin.
menschen hielt ich meist auf abstand. nur wenige durften mein wildes, ungezähmtes wesen sehen – mein „springginkerl“, wie meine oma sagte. tiere hingegen waren mir immer nah. und sind es bis heute.
mit zwölf kam der widerstand. mein wille, es anders zu machen. der versuch, mich meiner berufung zu entziehen. ich wollte sie nicht wahrhaben. dann die ersten deutlichen zeichen meines körpers: schwere krankheit, operationen, unschöne prognosen, die sich nicht erfüllten.
ich lernte schnell, lebte intensiv, kürzte wege ab, wo andere lange brauchten. nicht aus ungeduld, sondern weil es für mich ganz „normal“ war. dazwischen reisen, umbrüche, neuanfänge. beziehungen, kinder, verantwortung in vielen formen.
und obwohl mein leben nach außen intensiv und voll war, war ich für viele menschen schon früh etwas anderes: begleiterin. zuhörende. haltgeberin.
ab meiner ersten schwangerschaft arbeiteten die pflanzen mit mir und ich mit ihnen. ätherische öle, kräuter. meine kinder, meine tiere – sie wuchsen mit dieser natürlichen medizin selbstverständlich und gesund auf, ein bereichernder teil unseres familien-alltags.
doch lange verstand ich nicht, was all das von mir wollte.
erst als ich mich um 2010 selbst verlor, körperlich und seelisch, wandte ich mich in tiefer verzweiflung an einen wender. eine österreichische, uralte praxis, die mir schon seit kindheit gut vertraut war, aber die ich mir selbst NOCH nicht erlaubte.
er brachte mir mein lebenslicht zurück. ein schmerzfreies sein. und dann, bei einem seiner besuche, geschah etwas, das mein leben neu ordnete. quasi mein quantensprung: ich berührte ihn beiläufig an der schulter. er drehte sich um, wie elektrisiert, und sagte:„du weißt aber schon, dass du das auch hast.“
dieser satz war der wendepunkt in meinem leben. kein spirituelles erwachen. sondern ein plötzliches erinnern. an das, was schon immer da war. was nur viele jahre darauf gewartet hatte, von mir geöffnet zu werden.
2011 meldete ich mein gewerbe an. nicht, weil alles nun sonnenklar war, sondern weil weglaufen nun keine option mehr war für mich.
denn der preis des nicht-folgens meiner berufung war hoch: krankheiten, unfälle, grenzerfahrungen. ich habe gelernt: wenn ich meiner berufung nicht folge, schade ich mir selbst am meisten.
meine wurzeln liegen nicht in einem seminar oder einer ausbildung. sie reichen weit zurück. in alte familienlinien im böhmerwald, ins stodertal, ins kremstal. zu warzenwendern, blutstillern, boarlrichtern. zu frauen und männern, die wussten, dass heilung beziehung ist.
heute arbeite ich aus diesem alten wissen heraus. nicht spektakulär. nicht abgehoben. sondern verkörpert, ganz normal aus mir heraus.
ich bin mensch. ich liebe das leben. ich liebe meine kinder, meine tiere, gutes essen, guten wein, meine hände in der erde vergraben und ganz viel lachen. und ich weiß, ich wirke nicht laut, ich tue einfach, was mir gegeben ist. es ist für mich – ganz selbstverständlich.
